Schöne Bilder mit einem Geschmäckle

CDU-Vorsitzender Rüther: Stadtwerke pfeifen im Wahlkampf auf Neutralität

11.09.2020
Stadtwerke feiern Baustelle der Linie 3 auf der Oldentruper Straße (Foto: Lange)
Stadtwerke feiern Baustelle der Linie 3 auf der Oldentruper Straße (Foto: Lange)

„Das ist eine Punktlandung. Zwei Tage vor den Kommunalwahlen legen die Bielefelder Stadtwerke in der mit der SPD verbandelten NW ein achtseitiges Farbmagazin bei, das in höchsten Tönen das Baustellenmanagement von MoBiel beim Bau der Hochbahnsteige auf der Oldentruper Straße lobt und eine glänzende Stadtbahnzukunft verspricht.

Das wird zwar vor allem dem Genossen Oberbürgermeister Clausen gefallen, man kann  aber durchaus die Frage stellen, ob es sich nicht um eine verdeckte Wahlkampfunterstützung handelt“,  kritisiert der Vorsitzende der Bielefelder CDU, Andreas Rüther, die Aktion: „Auf jeden Fall hat der Vorgang ein Geschmäckle, ein ziemliches sogar.“

Die mehr oder weniger offenkundige Unterstützung der SPD durch die Bielefelder Stadtwerke erlebe man seit vielen Jahren in jedem Wahlkampf: „Da pfeift die Zentrale an der Schildescher Straße auf die Neutralität“, tadelt Rüther.

Die schönen Bilder und blumigen Texte in der Publikation zum Hochbahnsteigbau im Verlauf der Stadtbahnlinie 3 solle aber nur von der traurigen Realität ablenken: „Das Baustellenmanagement der Stadt ist insgesamt  mangelhaft: „Der Oberbürgermeister freut sich zwar über jede Baustelle, wie er sagt, den Autofahrern mutet er aber einen täglichen  Baustellen-Hindernisparcours zu,  der kaum noch zu ertragen ist.“

Die Stadtwerke hätten sich bislang auch nicht mit Ruhm bekleckert, meint der CDU-Vorsitzende.  Beim Bau des Hochbahnsteigs am Klinikum Mitte sei der Schienenersatzverkehr alles andere als kundenfreundlich gewesen und habe für viel Verdruss gesorgt.

Im Übrigen: "Dass die Stadtwerke jetzt den Bau zwei weiterer Hochbahnsteige auf der Oldentruper Straße als ‚Heldentat‘ feierten, liegt auch reichlich  daneben: „Das Unternehmen erfüllt schlicht eine Norm der Europäischen Union und tut damit seine Pflicht“.